Dienstag, 22.05.2018 00:17 Uhr

LVR Rheinland - Was nicht im Duden steht…

Verantwortlicher Autor: Landschaftsverband Rheinland Köln/Rheinland, 09.05.2018, 16:50 Uhr
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Köln/Rheinland [ENA] Was nicht im Duden steht… LVR-Institut veröffentlicht das erste Herkunftswörterbuch zur Umgangssprache an Rhein und Ruhr. Die sprachliche Welt jenseits der Schriftsprache ist bunt und vielfältig. Vor allem im Rheinland. Diese Erfahrung hat LVR-Sprachforscher Peter Honnen in über 30 Jahren beim LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte gemacht. Und in einem Buch zusammengestellt, was nun präsentiert wurde

und jetzt schon als das Standardwerk der rheinischen Sprache gelten darf. Wer einen Blick ins Buch wirft, stellt fest: Die Umgangssprache an Rhein und Ruhr ist geradezu ein Tummelplatz ungewöhnlicher Wörter wie Pips, knöttern, bott, stickum, Knies, uselig, Söller, Klaaf, Dörpel, Ambach, plästern, spinksen, Schinoos, oder Orzen. Die sind keineswegs sprachliche Kuriositäten, über die man schmunzeln kann, sondern lebendige Sprachzeugnisse der bewegten Vergangenheit des Rheinlands als römische Kolonie, fränkisches Siedlungsgebiet oder jüdische Migrationsregion im Mittelalter. Und Wörter wie tergen, frackich, kühmen, verbaseln oder bölken belegen noch heute die enge umgangssprachliche Verbundenheit mit dem niederdeutschen Sprachraum:

das Rheinische als sprachliche Bastion gegen hochdeutsche Gleichmacherei. Dazu kommen französische und niederländische Lehnwörter wie Amarasch, dörmeln, Pick und Pluten, Baas oder Raubauke sowie Entlehnungen aus dem Rotwelschen (Kohldampf, verkohlen) und Neuschöpfungen wie Zigulle, Zichte oder Fuppes. Das neue etymologische Wörterbuch des LVR-Sprachwissenschaftlers Peter Honnen macht die spannende Geschichte der rheinischen Umgangssprache zwischen Hunsrück und Westfalen – auch in lebendigen Sprachbeispielen – erstmals erlebbar und vor allem lesbar.

Der Titel des Buches „Wo kommt dat her?“ kommt nicht von ungefähr. „Es ist die mit Abstand häufigste Frage an die Sprachabteilung des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte - die Bitte um Auskunft über die Geschichte von Wörtern oder Namen“, so der Autor Peter Honnen. Mit dem neuen, umfangreichen Herkunftswörterbuch zur Alltagssprache an Rhein und Ruhr gibt er nun auf knapp 700 Seiten umfassend Antworten auf die vielen Fragen, die ihn während seiner langjährigen Arbeit in der Sprachabteilung erreicht haben. Peter Honnen: „Wo kommt dat her?“. Herkunftswörterbuch der Umgangssprache an Rhein und Ruhr, Köln 2018, Greven Verlag Köln, 688 Seiten, 28 Euro.

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