Sonntag, 16.06.2019 19:39 Uhr

Die mentale Gesundheit

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 27.04.2019, 11:13 Uhr
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Teningen [ENA] Alles ist im Fluss und alles ändert sich. Veränderungen sind das Karma der uns bekannten Welt - Stagnation ist relativ zur Zeit nie zu beobachten. Veränderungen sind auf unserer Menschenerde ein Ausdruck dafür, wie die Schöpfung versucht weiter zu bestehen und ein Gleichgewicht der Systeme und Elemente aufrecht zu erhalten. Unsere Erde ist eine Meisterin der Homöostase. Auch unsere menschliche Gesellschaft ist im steten Wandel begriffen und entwickelt sich weiter.

. Doch scheint unser gesellschaftliches Wirken immer mit Chaos und Unbill verbunden – selten erreicht die menschliche Gesellschaft eine länger währende Phase der Homöostase, eines harmonischen Gleichgewichts. Wenn wir das wenige betrachten, was wir über unsere innere und äußere Gesundheit wissen, stellt sich als Kernaspekt das Gleichgewicht dar. Sind unsere physiologischen Prozesse in einem anpassungsfähigen Gleichgewicht, so sind wir körperlich als gesund zu betrachten. Das Gleiche gilt auch für unseren mentalen Gesundheitszustand. Doch scheint gerade im mentalen gesellschaftlichen Bereich die größte Schwankung stattzufinden. Wir bemerken es alle und die Medien berichten auch darüber: Der Ton zwischen uns wird rauer.

Die Menschen entwickeln sich kontinuierlich zu Egomanen und werden im Zuge dessen gegenüber dem Mitmenschen immer ignoranter. Wir, die Autoren thematisieren das äußerst ungern, aber wir sind der Überzeugung, dass der Mensch ein soziales Tier ist und die Gemeinschaft zum Überleben braucht. Unsere Erfahrung ist es, dass die Kennzeichen mentaler Gesundheit Langmut und Wohlwollen sind. Sozialmentale Irritationen führen unserer Überzeugung nach gleichwohl zu körperlichen Beschwerden und Krankheiten. Wir alle kennen die Symptome und Folgen von Sorgen, Stress, Gehetzt sein, Ungeduld, etc. Doch darüber hinaus scheinen wir zudem peu a peu unsere soziale Kompetenz zu verlieren.

Die Regeln des Anstandes gelten schon langen nicht mehr und eine gewisse Art von Aggression breitet sich aus. Es ist uns zunehmend egal, wie unser Handeln den Anderen belästigt, behindert, gefährdet, bedroht und vieles mehr. Auch ist festzustellen, dass diese Umstände nicht mehr der charakterlichen Eigenheit der postpubertären Jungerwachsenen zuzurechnen ist, es betrifft alle Altersschichten und Geschlechter. Es ist sicherlich nicht das einfachste Unterfangen die Ursachen dieser drohenden Verrohung der Gesellschaft festzustellen, da es sich immer um mehrere sich verstärkende Ursachen und ineinander verwobene Gründe handelt.

Es ist auch nicht unser Anliegen wie ein Ziseleur einzelne Ursachen wie beispielsweise Angst, monetärer Mangel, Berufsdruck, die Anonymität im Internet, Überfremdung, das Verschwinden der Großfamilien und so weiter herauszuarbeiten. Vielmehr wünschen wir uns Einkehr und Reflektion im Inneren jedes Einzelnen. Denn das eigentliche Heilmittel für diese bedenkliche Entwicklung heißt Erkenntnis. Grundsätzlich sehen wir die Entwicklung von Verrohung und Aggression, wenn dem Menschen das Elementarste fehlt: Nahrung, Schutz und Unterkunft. Diese Dinge mangelt es uns in der westlichen Welt aber im Allgemeinen nicht.

Wir leben seit nunmehr 74 Jahre in Frieden, doch unsere Gesellschaft zeigt sich im Inneren wenig friedvoll. Aus diesem Grunde ist es für jeden Einzelnen wichtig und notwendig ehrlich und in der Tiefe in sich zu schauen, denn mit Analyse und Ausschlussverfahren lässt sich die Frage nicht beantworten, warum wir langsam den gedanklichen Überbau und das Selbstverständnis einer friedvollen und wohlwollenden Gesellschaft verlieren. In den Menschenköpfen der westlichen Welt scheint sich eine Art Vollkasko-Mentalität entwickelt zu haben. Wir bekommen alles zu jeder Zeit auf Knopfdruck.

Wir sind es nicht mehr gewohnt für ein Ergebnis Geduld aufzubringen, zu arbeiten gar zu schuften und uns ein Produkt oder eine Errungenschaft zu verdienen. Wir benehmen uns wie alttestamentarische Götter, die nur das Wort sprechen müssen und das Gesprochene realisiert sich. Als Menschen müssen wir vom Wort oder von der Idee über und durch Arbeit bzw. Schaffenskraft zum Ergebnis kommen. Das scheinen wir vergessen zu haben, denn wir fordern das Ergebnis sofort, so wie es uns die virtuellen Welten vorgaukeln.

Unser vorgezeigter Weg ist der Weg vom Haben zum Sein. Wir müssen diesen Weg aber nicht gehen, aber wir haben die Möglichkeit uns vom Raffzahn und Egomanen, vom Höher-Schneller-Weiter weg hin zum Schauenden und Erkennenden, zu einem Seienden zu entwickeln. Im hinduistischen Glauben gelten wir in unserer Situation als nicht allzu bewusste Wesen - es sind alles Phasen des Erwachens, die wir gerade diskutieren.

Mit anderen Worten müssen wir diese Phasen von Unbill und Chaos durchleben um zu einem erkennenden Menschengeschlecht zu werden. Wenn dem so ist, können wir aber trotzdem nicht wartend daneben stehen, sondern müssen aktiv mitarbeiten. Für uns gibt es nichts umsonst. Wir wünschen Allen eine gute Zeit !! Peter-Georg Rademacher und Oliver Schöpf -----------Teningen

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